Warum ziehen mongolische Nomadenfamilien ihre Ger viermal pro Jahr um?





In der mongolischen Steppe ziehen Viehhalterfamilien ihren Ger meist drei- bis viermal im Jahr mit den Jahreszeiten um. Weiden und Wasserstellen unterscheiden sich im Frühling, Sommer, Herbst und Winter, deshalb richten die Familien Zeitpunkt und Richtung des Umzugs danach aus, wo ihre Schafe, Pferde, Ziegen, Rinder und Kamele Gras und Wasser finden.
Am Umzugstag nehmen sie die Filzabdeckung ab, bündeln die hölzernen Gitterwände und Dachstangen und laden Bettzeug, Ofen, Schalen und andere Haushaltsgegenstände auf einen Lastwagen oder ein Kamel. Während des Umzugs arbeitet die Familie zusammen: Einige kümmern sich um die Bündel, andere treiben das Vieh, und wieder andere prüfen die Ger-Teile für den neuen Standort. Nach der Ankunft bauen sie den Ger mit denselben Teilen wieder auf und nehmen noch vor dem Abend das Leben dort wieder auf.
Diese saisonale Wanderung und die damit verbundenen Praktiken sind auch in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO eingetragen. Unterwegs sind manchmal Lastwagen und Kamel nebeneinander zu sehen, ein Familienmitglied schaut auf ein Mobiltelefon, und neben dem neu aufgebauten Ger kann auch eine kleine Satellitenantenne oder ein Solargerät stehen.